29. Juli 1859
Heute war ich ziemlich früh, trank mein Wasser, las u. betete wieder einmal recht von Herzen u. dankte Gott für die geschenkten, zwar wie im Traum verflognen glücklichen Tage. Möge Er mir Muth u. Kraft z. Kämpfen geben, u. die Hoffnung auf ein fröhliches Wiedersehen. Am Morgen schrieb ich an Papa, badete um 10 Uhr u. machte mit Mama einen Besuch bei Frau (Tungler-unklar). Nachmittags blieben wir im Zimmer ich schrieb an Nanny u. Frau Schultheß, der letztere Brief wollte mir jedoch gar nicht gelingen, u. bei diesem Anlaß wurde Mama recht böse über mich, und hielt mir meine Leidenschaft für Frau Favarger vor, u. wie ich nun so abstoßend gegen Jedermann sei. Ich wurde darüber sehr betrübt und weinte lange. (...)
Gestern gingen Elise und Caspar “zur Quelle”, wie Du beiläufig schreibst. Hinter dem Gebäude des Bad Pfäfers ist der Eingang in die imposante Schlucht der Tamina, wo weit hinten das warme Quellwasser entspringt, das als heilsam galt. Das Foto links stammt aus dem Jahr 1893, das Bild rechts zeigt die Quelle, welche Deine Schwester besuchte, und was ich selbst 2025 vorfand.